🧾 SOP 24: Navigationstexte & Linkbezeichnungen barrierefrei gestalten

So werden aus vagen Klicks klare Wegweiser

Wer sollte diese SOP lesen?

📊 Projektleitung | 👔 Geschäftsführung | 🖥️ IT | 🧑‍⚖️ Recht 🧾

Überblick zu SOP 24

📌 Was du hier machstDu sorgst dafür, dass alle Links und Navigationselemente auf deiner Website auch ohne visuellen Kontext verständlich und zugänglich sind – für alle Nutzer:innen, besonders für Screenreader-Anwender:innen.
🧠 VoraussetzungDeine Website hat klickbare Elemente (z. B. Navigation, Footer, Teaser etc.) und du kennst die allgemeinen Anforderungen an barrierefreie Inhalte (vgl. SOP 1).
⏱️ DauerJe nach Umfang der Website 2–8 Stunden (inkl. Prüfung & Korrektur) 🧷 Pflicht? Ja – laut EAA/BFSG und WCAG 2.1 verpflichtend für alle betroffenen Websites ab dem 28. Juni 2025
🧷 Gesetzlich verpflichtend?✅ Ja – laut EAA/BFSG und WCAG 2.1 verpflichtend für alle betroffenen Websites ab dem 28. Juni 2025
📍 Nächster Schritt→ SOP 25: Formulare und Buttons

Am Ende hast du einen klaren Prozess, um sicherzustellen, dass alle klickbaren Texte auf deiner Website und in deiner Navigation eindeutig und kontextunabhängig verständlich sind. Nutzer:innen können sich so effizient orientieren und wissen immer, wohin ein Link sie führt.

Du legst deine Farbpalette in demselben Ordner wie alle deine Dokumentationen und Richtlinien zur Barrierefreiheit ab, deinem Barrierefreiheitsordner.

• Je nach Umfang der Website 2–8 Stunden (inkl. Prüfung & Korrektur)

  • Content: Benennt die Navigationselemente und formuliert alle Linktexte klar und eindeutig.
  • Dev / Design: Setzt die Links technisch und visuell korrekt um.
  • UX / QA: Prüft die umgesetzten Links auf Verständlichkeit und Barrierefreiheit.

🕓 Wann musst du das machen?

Bei allen klickbaren Texten auf deiner Website, besonders in:

  • Hauptnavigation & Footer
  • Linklisten und Teaserboxen
  • Inhaltsverzeichnissen
  • Blogvorschauen und Produktkacheln
  • PDF-Download-Links
  • Call-to-Action-Elementen in Formularen

⚖️ Welches Gesetz verlangt das?

  • European Accessibility Act (EAA) / Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): Fordern, dass Nutzer:innen sich ohne Sehen orientieren können müssen.
  • WCAG 2.1: Insbesondere die Erfolgskriterien:
  • 2.4.4 Link Purpose (In Context)
  • 2.4.9 Link Purpose (Link Only) 🧭 Der Prozess im Detail

🧭 Der Prozess im Detail

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🟥 Schritt 1: Formuliere klare und aussagekräftige Linktexte

Als Erstes nimmst du dir deine Link-Texte vor.

Die Grundregel lautet: Ein Linktext muss auch dann noch verständlich sein, wenn man ihn aus dem Kontext reißt. Vermeide  darumunbedingt generische Bezeichnungen.

  • Ein guter Linktext ist aufrichtig, substanziell, prägnant und spezifisch.
  • Schlecht: „Hier klicken“ → Gut: „Produktdetails anzeigen“
  • Schlecht: „Mehr“ → Gut: „Mehr über unsere Trainings erfahren“
  • Schlecht: „Download“ → Gut: „PDF mit Preisübersicht herunterladen (2 MB)“
  • Schlecht: „Weiterlesen“ → Gut: „Weiterlesen: Barrierefreiheit erklärt“
🟧 Schritt 2: Benenne die Navigation eindeutig

Auch die festen Navigationselemente müssen klar sein. Verwende niemals nur Icons ohne begleitenden Text für die Navigation. Die Grundegel hier lautet: Je spezifischer du bist, desto besser ist es für die Barrierefreiheit.

  • Hauptnavigation: Nutze „Über uns“ statt nur „Info“.
  • Footer-Links: Schreibe „Kontaktformular“ statt nur „Kontakt“.
  • Breadcrumbs: Formuliere den Pfad vollständig aus, z. B. „Startseite > Produkte > Produkt 1“.
  • Wann immer möglich, sollte die Hauptnavigation an einer vorhersehbaren Stelle auf der Seite platziert werden, z.B. am oberen oder linken Rand (für linksläufige Sprachen).
🟨Schritt 3: Stelle sicher, dass die Links vorgelesen werden können

Nachdem du den sprachlichen Teil abgearbeitet hast, musst du nun sicherstellen, dass deine Links im Hintergrund auch technisch korrekt funktionieren und für alle zugänglich sind. Das ist wichtig, damit deine Links auch von Hilfsmitteln wie Screenreadern oder Tastaturen verstanden werden.

🟩 Schritt 4: Stelle sicher, dass die Links per Tastatur gesteuert werden können

Natürlich dürfen wir nicht nur an Menschen denken, deren Sehvermögen eingeschränkt ist, sondern auch an jene, die keine Maus bedienen können. Für sie ist es entscheidend, dass alle Links auch per Tastatur erreichbar sind – zum Beispiel über die Tab-Taste.

Bei einem klassischen Link ist das kein Problem: HTML-Links mit einem gültigen href sind automatisch fokussierbar und funktionieren wie erwartet – auch mit Tastatur und Screenreader.

Aber: Es gibt Fälle, in denen ein Link ohne href -Attribut eingebunden wird – etwa so:

< a onclick = "doSomething()" >Mehr erfahren </ a >

In solchen Fällen erkennt der Browser das Element nicht als echten Link .  Das bedeutet: Kein Fokus per Tab , keine Tastaturbedienung , keine semantische Erkennung durch Screenreader .

Die beste Lösung : Solche Elemente nicht als „Fake-Link“ einbauen , sondern direkt als echtes HTML-Element , z. B. ein

🟩 Schritt 5: Denke auch an Sonderfälle wie Linklisten und Kachel-Teaser

Auch bei visuellen Elementen, die als Ganzes klickbar sind, muss das Ziel für Screenreader klar sein.

  • Blog-Teaser: Verlinke nicht nur ein vages „Mehr erfahren“, sondern den gesamten Titel oder formuliere den Linktext als „Mehr erfahren: [Titel des Artikels]“. Damit erleichterst du den Zugang zu weiteren Informationen, indem du eine große, informative Klickfläche anbietest.
  • Produktkachel: Wenn eine Kachel mit Bild, Preis und Button klickbar ist, gib dem CTA-Button eine sinnvolle Bezeichnung, z. B. „Jetzt kaufen: Produkt 1“.
  • Pagebuilder-Vorsicht: Achte in Tools wie Divi oder Elementor darauf, dass nicht die gesamte Box ohne klaren Fokus verlinkt wird, sondern das konkrete Call-to-Action-Element. So lenkst du  den Fokus auf die spezifische Aktion und vermeidest unnötige, unklare Klickflächen. Der Nutzer soll klar erkennen, wo die Interaktion stattfinden soll.

✅ Ergebnis

Am Ende dieser SOP hast du:

  • Linktexte, die auch ohne visuellen Kontext klar verständlich sind.
  • Eine Navigation, die für alle Nutzer:innen leicht erfassbar und bedienbar ist.
  • Technisch korrekt ausgezeichnete Links, die die Bedienung mit Hilfsmitteln sicherstellen.
  • Ein geringeres Risiko für EAA-Verstöße und eine bessere User Experience für alle.

💬 Copy-Paste-Baustein

Infos zur Barrierefreiheit von Bildern & Grafiken

Du hast deine Links überarbeitet? Super! Mithilfe dieser Checkliste kannst du jetzt schnell überprüfen, ob du an alles gedacht hast und deine Links wirklich für jeden zugänglich sind. Schritt 1: Klare und aussagekräftige Linktexte Stelle sicher, dass deine Linktexte verständlich sind, auch wenn man sie aus dem Kontext reißt. • [ ] Ist der Linktext aufrichtig und substanziell? (Z.B. „Produktdetails anzeigen“ statt „Hier klicken“) • [ ] Ist der Linktext prägnant und spezifisch? (Z.B. „PDF mit Preisübersicht herunterladen (2 MB)“ statt „Download“) • [ ] Vermeidest du generische Bezeichnungen? (Z.B. „Mehr über unsere Trainings erfahren“ statt „Mehr“) Schritt 2: Eindeutige Navigation Sorge dafür, dass deine Navigationselemente klar und verständlich sind. • [ ] Verwendest du immer Text zu Icons in der Navigation? (Nie nur Icons ohne Text!) • [ ] Sind deine Hauptnavigationselemente spezifisch benannt? (Z.B. „Über uns“ statt „Info“) • [ ] Sind deine Footer-Links eindeutig? (Z.B. „Kontaktformular“ statt „Kontakt“) • [ ] Sind deine Breadcrumbs vollständig ausformuliert? (Z.B. „Startseite > Produkte > Produkt 1“) • [ ] Ist die Hauptnavigation an einer vorhersehbaren Stelle platziert? (Oben oder links) Schritt 3: Links können vorgelesen werden Überprüfe, ob deine Links technisch korrekt funktionieren und von Hilfsmitteln verstanden werden. • [ ] Verwendest du immer das $\texttt{\ }$ Element für Links? (Kein $\texttt{\ oder $\texttt{\ !) • [ ] Wurde t e x ttt a r ia − l ab e l mit Bedacht und nur bei Bedarf hinzugefügt? (Denk daran: Es überschreibt den normalen Linktext für Screenreader!) • [ ] Ist der t e x ttt a r ia − l ab e l Text kurz, prägnant und beschreibt das Linkziel klar? Schritt 4: Links können per Tastatur gesteuert werden Sicher, dass alle Links auch ohne Maus bedienbar sind? • [ ] Besitzt jeder Link ein gültiges t e x ttt h re f -Attribut? • [ ] Gibt es keine „Fake-Links“ (z.B. $\texttt{\ }$ ohne t e x ttt h re f )? • [ ] Werden alternative Elemente wie $\texttt{\ oder $\texttt{\ }$ mit klarer ARIA-Rolle und t e x ttt t abin d e x verwendet, wenn keine echte Linkfunktion nötig ist? Schritt 5: Sonderfälle wie Linklisten und Kachel-Teaser Achte auch bei visuellen Elementen darauf, dass das Linkziel klar ist. • [ ] Ist der gesamte Titel oder eine informative Beschreibung bei Blog-Teasern verlinkt? (Z.B. „Mehr erfahren: [Titel des Artikels]“) • [ ] Hat der CTA-Button bei Produktkacheln eine sinnvolle Bezeichnung? (Z.B. „Jetzt kaufen: Produkt 1“) • [ ] Stellst du sicher, dass bei Pagebuildern das konkrete Call-to-Action-Element verlinkt ist und nicht die gesamte Box ohne klaren Fokus? Fragen und Antworten (FAQ ) zu dieser SOP

Fragen und Antworten (FAQ) zu dieser SOP

Wann sollte ich ein textttaria−label verwenden und wann lieber nicht?

Du solltest ein t e x ttt a r ia − l ab e l nur dann verwenden, wenn der visuelle Linktext nicht ausreicht , um den Zweck des Links für Screenreader-Nutzer klar zu beschreiben. Ein gutes Beispiel ist ein „Bleistift-Icon“ als Link zum Bearbeiten. Optisch ist es klar, aber für einen Screenreader ohne t e x ttt a r ia − l ab e l = „ E in t r a g b e a r b e i t e n „ unverständlich.

Verwende es nicht , wenn der sichtbare Linktext bereits aussagekräftig genug ist. Ein t e x ttt a r ia − l ab e l würde den vorhandenen Text für Screenreader-Nutzer überschreiben und könnte zu Redundanz oder Verwirrung führen. Wenn dein Link bereits „Produktdetails anzeigen“ lautet, ist ein t e x ttt a r ia − l ab e l = „ P ro d u k t d e t ai l s an ze i g e n „ überflüssig und kontraproduktiv, da es den Link unnötig lang macht. Im Zweifelsfall ist es oft besser, den sichtbaren Linktext so klar wie möglich zu formulieren, anstatt auf ein t e x ttt a r ia − l ab e l zurückzugreifen.

Müssen alle Bilder, die als Link dienen, einen Alt-Text haben?

Ja, unbedingt! Wenn ein Bild als Link verwendet wird (z.B. ein Logo, das zur Startseite führt), muss es einen aussagekräftigen t e x ttt a lt -Text haben, der das Linkziel beschreibt. Für Screenreader-Nutzer ist der t e x ttt a lt -Text das Einzige, was ihnen über den Inhalt des Bildes als Link Aufschluss gibt.

Beispiel: $\texttt{\ \ }$

Ohne t e x ttt a lt -Text würde der Screenreader möglicherweise nur „Grafik“ oder den Dateinamen vorlesen, was nutzlos wäre. Der t e x ttt a lt -Text sollte hier den Zweck des Links beschreiben, nicht nur den Inhalt des Bildes.