đź§ľ SOP 16: Gestalte deine Rechtstexte barrierefrei

So erfĂĽllst du DSGVO & BFSG nicht nur formal, sondern wirklich nutzerfreundlich

Wer sollte diese SOP lesen?

👨‍💻 Entwickler | ✍️ Content | 👩‍🎨 Design | 🧑‍⚖️ Recht | 📊 Projektleitung | 👔 Geschäftsführung | 🖥️ IT | 🎯 UX

Ăśberblick zu SOP 16

📌 Was du hier machstDu sorgst dafür, dass Pflichttexte wie Datenschutzerklärung, AGB und Impressum barrierefrei, verständlich und strukturiert sind.
đź§  VoraussetzungDu arbeitest in Recht, Redaktion, Projektleitung, Datenschutz oder entwickelst/gestaltest rechtlich relevante Seiten.
⏱️ DauerCa. 2–4 Stunden pro Text (je nach Länge, Formatierungsaufwand und Abstimmung mit der Rechtsabteilung).
🧷 Gesetzlich verpflichtend?✅ Ja – laut DSGVO (Art. 12) und BFSG müssen Pflichtinformationen barrierefrei & verständlich sein.
📍 Nächster SchrittSOP 17: Tabellen Barrierefrei gestalten.

m Ende hast du rechtlich notwendige Texte, die nicht nur formal korrekt sind, sondern von allen Nutzer:innen – auch mit Screenreadern oder kognitiven Einschränkungen – gefunden, verstanden und genutzt werden können.

Du speicherst deine Typographie-Richtlinien natürlich in deinem „Barrierefreiheit“-Ordner ab – gemeinsam mit allen anderen Dokumenten. Damit dokumentiert dein Unternehmen gegenüber Behörden, dass es auch dieses Thema mit bedacht hat.

  • ⏱ Initialaufwand: ca 30 Minuten (fĂĽr die LektĂĽre dieser SOP)
  • ♻️ Pflegeaufwand: Hängt ganz davon ab, wieviele Texte du schreiben musst.
  • DU (Projektleitung, EAA-Verantwortliche:r): steuerst den Prozess und stellst die Anforderungen sicher.
  • Recht / DSB: liefern die juristisch korrekten Inhalte und geben die vereinfachten Texte frei.
  • Content / Redaktion: ĂĽbersetzen das „Juristendeutsch“ in eine klare und einfache Sprache und erstellen Zusammenfassungen.
  • Design / Dev: setzen die barrierefreie Struktur, das Layout und interaktive Elemente technisch um.

đź•“ Wann musst du das machen?

• Immer dann, wenn du rechtliche Pflichtseiten erstellst oder überarbeitest, z.B.:

  • Datenschutzerklärung
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
  • Impressum
  • Widerrufsrecht und RĂĽckgabeinformationen
  • Cookie-Hinweise
  • Immer, wenn du Daten erhebst (z. B. in Formularen oder beim Checkout).

⚖️ Welches Gesetz verlangt das?

  • DSGVO Art. 12 Abs. 1: Informationen mĂĽssen „in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form“ sowie in klarer und einfacher Sprache bereitgestellt werden.
  • European Accessibility Act (EAA) / Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): Digitale Informationen und Dienstleistungen mĂĽssen fĂĽr alle Menschen zugänglich, bedienbar und verständlich sein.
  • WCAG 2.1 , insbesondere die Kriterien: đź§­ Der Prozess im Detail

đź§­ Der Prozess im Detail

0 von 5 Schritten erledigt0 %
🟥 Schritt 1: Beachte die Grundregeln für Struktur und Lesbarkeit

Reine Textwüsten sind für niemanden lesbar und für Screenreader-Nutzer:innen unnavigierbar. Schaffe daher eine klare, technische Gliederung. Aber keine Sorge – das Meiste hier kennst du schon aus SOP 13 .Es sind die üblichen Regeln für die Formatierung eines Textes – nur eben mit einem speziellen „Kniff“ für rechtliche Texte:

  • Verwende Nur HTML-Text: Rechtstexte dĂĽrfen keine Bilder oder unzugängliche PDFs sein. Sie mĂĽssen als echter Text im HTML vorliegen, damit sie von Maschinen gelesen und von Nutzer:innen angepasst werden können (z. B. Schriftvergrößerung).  
  • Nutze semantische Ăśberschriften: Gliedere den Text logisch mit

    ,

    etc.. So können Nutzer:innen per Screenreader direkt zu Abschnitten wie „Welche Daten wir erheben“ springen. (Wie in SOP 13 beschrieben)

  • FĂĽge Absätze und Listen ein: Nutze kurze Absätze (max. 4–5 Zeilen) und Aufzählungslisten (
      ,
        ), um Inhalte wie die Betroffenenrechte ĂĽbersichtlich darzustellen. (Wie in SOP 12 und 13 beschrieben)
      1. Biete ein Inhaltsverzeichnis an: Bei sehr langen Texten (wie einer AGB) hilft ein Inhaltsverzeichnis am Anfang bei der Navigation.
🟧 Schritt 2: Mache die juristischen Inhalte verständlich

Als Nächstes musst du dafür sorgen, dass wirklich jeder Mensch den Text verstehen kann. Und hier muss dir zunächst klar sein: Das Ziel ist nicht, den juristischen Text zu verfälschen oder zu ersetzen, sondern ihn zu erklären.

Das erreichst du, indem du folgende Prinzipien beachtest:

  • Formuliere den komplexen Text verständlich: Ersetze komplexe Formulierungen durch einfachere Alternativen.
  • Statt: „Datenverarbeitung erfolgt gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO“
  • Besser: „Wir nutzen Ihre Daten, um Ihre Bestellung auszufĂĽhren.“
  • Biete eine Kurzfassung an: Platziere eine kurze, leicht verständliche Zusammenfassung ĂĽber dem juristischen Volltext. Das schafft Vertrauen und erfĂĽllt das Transparenzgebot.

•

  • Erkläre Fachbegriffe : Wenn du auf Begriffe wie „personenbezogene Daten“, „Auftragsverarbeitung“ oder „Widerspruchsrecht“ nicht verzichten kannst, dann erkläre sie – am besten direkt im Text oder per Infobox. Hier ein Beispiel. Statt „Wir verarbeiten Ihre personenbezogenen Daten (also Informationen wie Name, Adresse oder E-Mail), um Ihre Bestellung abzuwickeln.“ Oder : „Sie haben das Recht, der Verarbeitung Ihrer Daten zu widersprechen. (Das bedeutet: Sie können uns sagen, dass wir Ihre Daten nicht mehr nutzen sollen.)“
🟨Schritt 3: Stelle die visuelle & technische Zugänglichkeit sicher

Natürlich muss auch ein juristischer Text nicht nur verständlich, sondern auch technisch zugänglich sein. Und auch hier gelten dieselben Techniken, wie in SOP 13 und SOP 14 beschrieben:

  • Keine kleinen Scrollfenster: Rechtstexte dĂĽrfen nicht in winzigen